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10.05.2016, Noble Gespräche - Öffentliche Vortragsreihe_Mensch und Mikrobe: Feind und Freund
 
Ebola, AIDS, Tuberkulose, Grippe – die großen Seuchen versetzen die Welt nicht nur in Angst und Schrecken, sondern ziehen ganz vielfältige Auswirkungen für die Gesellschaft nach sich. Gleichzeitig bietet unser Körper Lebensraum für das Mikrobiom, mit dem wir nicht nur in einem symbiontischen Verhältnis stehen, sondern von dem wir sogar abhängen. Tatsächlich übersteigt die Zahl der mikrobiellen Zellen in unserem Körper die unserer eigenen Zellen um ein Vielfaches. Was zur Eindämmung der Seuchen geschehen muss und wie unser Mikrobiom nicht übertragbare Krankheiten beeinflusst, wird der renommierte Infektionsbiologe Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan H. E. Kaufmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin, in seinem Vortrag "Mensch und Mikrobe: Feind und Freund“ im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Noble Gespräche“ am Beutenberg Campus in Jena erläutern. Prof. Kaufmann spricht als Gast des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut.

Prof. Stefan H. E. KaufmannStefan H. E. Kaufmann stammt aus Ludwigshafen und studierte an der Universität Mainz Biologie, wo er 1977 auch promoviert wurde. Nach seiner Habilitation an der FU Berlin arbeitete er bis 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg. Von dort aus folgte er einem Ruf an die Universität Ulm, wo er bis 1991 als Professor für Medizinische Mikrobiologie und Immunologie und bis 1998 als Ordinarius für Immunologie tätig war. 1993 wurde er zudem Gründungsdirektor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin und seit 1998 ist er Professor für Immunologie und Mikrobiologie an der Berliner Charité. Darüber hinaus ist er als Gastprofessor und Honorarprofessor international sehr gefragt.

Als Direktor der Abteilung Immunologie am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin beschäftigt sich Stefan Kaufmann mit Immunantworten des Menschen gegen Krankheitserreger. Ein Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt auf dem Gebiet der Tuberkulose, die auch hundert Jahre nach dem Tod von Robert Koch, der die „Tuberkelbazillen“ 1882 entdeckte, noch immer eine Erkrankung ist, an der jährlich weltweit Millionen von Menschen sterben. Durch die Entschlüsselung der zellvermittelten Immunantwort gegen intrazelluläre Krankheitserreger ist es Stefan Kaufmann und seinem Team gelungen, neue, wesentlich bessere Impfstoffe zu entwickeln, die sich bereits in der klinischen Erprobung befinden. Mit mehr als 800 Publikationen zählt er zu den produktivsten und meist zitierten Immunologen weltweit.

Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Infektionsimmunologie wurden dem Forscher zahlreiche Auszeichnungen zuteil, u. a. der A. Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer 1987, der Aronson-Preis des Landes Berlin 1988, der Förderpreis (1983) sowie der Hauptpreis (1993) der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie. Ihm wurde darüber hinaus die Ehrendoktorwürde der Universität Marseille verliehen und er wurde als “Fellow of the Royal College of Physicians of Edinburgh” geehrt.

Kaufmann ist Mitglied in verschiedenen Fachgesellschaften und Akademien, darunter die American Academy of Microbiology, die Berlin-Brandenburgische Akademie, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und die European Molecular Biology Organization (EMBO). Er übt in vielen internationalen Gremien und Gesellschaften Ämter in leitender Funktion aus und setzt sich in der Öffentlichkeit intensiv für das bessere Verständnis von Infektionskrankheiten ein. Dazu soll auch sein Vortrag bei den „Noblen Gesprächen“ beitragen, zu dem die Öffentlichkeit am 12. Mai 2016 um 17:00 Uhr (Einlass ab 16:30 Uhr) ganz herzlich in den Hörsaal des Abbe-Zentrums am Beutenberg, Hans-Knöll-Straße 1, eingeladen wird.


Der Eintritt ist frei. Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb des Abbe-Zentrums zur Verfügung.


Die öffentliche Vortragsreihe „Noble Gespräche“ wird bis Ende Juni 2016 aus Mitteln des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft unter dem Förderkennzeichen 13033-514 finanziell unterstützt.





 
 
 
 
 
 
Bild:
Prof. Boland präsentiert den Beutenberg Campus in Brüssel