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25.11.2016, Noble Gespräche erwarten 5000. Besucher
 
Nach der Entdeckung von Gravitationswellen, die im Februar 2016 bekanntgegeben wurde, kann man nun zum ersten Mal das Universum auch hören. Einstein hat diese Wellen als Konsequenz seiner Allgemeinen Relativitätstheorie bereits vor 100 Jahren vorhergesagt. Prof. Danzmann vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Potsdam/Teilinstitut Hannover, berichtet bei den „Noblen Gesprächen“ am Donnerstag, den 1. Dezember 2016 um 17 h im Abbe-Zentrum Beutenberg als Gast des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in seinem Vortrag "Gravitationsastronomie: Töne aus dem dunklen Universum!", wie es gelungen ist, die Existenz dieser seltsamen Wellen zu beweisen.

Der Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsminister, Wolfgang Tiefensee, wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen und die im Rahmen der „Noblen Gespräche“ stattfindende Verleihung des Nachwuchswissenschaftspreises des Beutenberg-Campus Jena e.V. begleiten.

NG_Karsten DanzmannGravitationsastronomie: Töne aus dem dunklen Universum!
Seit Tausenden von Jahren konnten wir das Universum sehen, aber nicht hören. Immer bessere Teleskope haben die Menschen gebaut, um alle Teile des elektromagnetischen Spektrums zu beobachten. Von Radiowellen über sichtbares Licht bis zu Röntgen- und Gammastrahlen ist uns heute Licht jeder Frequenz zugänglich. Und doch fehlte uns bis zum letzten Jahr ein Sinn zur Wahrnehmung des Universums: das Gehör! Das hat sich jetzt geändert. Nach der Entdeckung von Gravitationswellen, die in mehreren Pressekonferenzen im Februar 2016 bekanntgegeben wurde, können wir jetzt zum ersten Mal das Universum auch hören. Einstein hatte diese Wellen als Konsequenz seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vor hundert Jahren vorhergesagt, aber selbst nicht daran geglaubt, dass sie jemals nachweisbar sein würden. Es hätte ihn sicher nicht gestört, wenn er gewusst hätte, dass er sich geirrt hat.

Prof. Danzmann hat mit der Erforschung von extrem empfindlichen Detektortechnologien zur Entdeckung der Gravitationswellen einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet. Das war eine Voraussetzung dafür, dass die Reichweite der Messgeräte erheblich verbessert werden konnte, was maßgeblich zum jetzigen wissenschaftlichen Erfolg beigetragen hat.

Karsten Danzmann, geboren 1955 in Rotenburg/Wümme, studierte von 1973-1977 an der Technischen Universität Clausthal Physik und promovierte 1980 an der Technischen Universität Hannover. Dort war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftigt, bis er 1982 als DFG-Gastwissenschaftler zum ersten Mal an die Stanford University in die USA ging. In den darauf folgenden drei Jahren war er an der Physikalisch–Technischen Bundesanstalt in Berlin beschäftigt. 1986 ging er für weitere vier Jahre als Assistant Professor an die Stanford University. Nach seiner Rückkehr leitete er das Projekt „Gravitationswellen“ am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching. 1993 folgte er einem Ruf als Professor an die Universität Hannover und wurde Direktor des Instituts für Atom- und Molekularphysik (heutiges Institut für Gravitationsphysik). Dort übernahm er ab 1994 gleichzeitig die Leitung des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik. Seit 2002 ist dieses Institut ein Teilinstitut des Golmer Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), an dem Danzmann seither als Direktor und Leiter der Abteilung Laserinterfero-metrie und Gravitationswellenastronomie tätig ist.

Prof. Danzmann wurde 1991 für seine herausragende Forschungs¬tätigkeit auf dem Gebiet der Gravitationsastronomie gemeinsam mit James Hough mit dem Max-Planck-Forschungspreis geehrt. Erst kürzlich (August 2016) zeichnete ihn das Land Niedersachsen zusammen mit seinem Kollegen Bruce Allen und seiner Kollegin Alessandra Buonanno mit dem Niedersächsischen Staatspreis für ihren fundamentalen Beitrag zur Entdeckung der Gravitationswellen aus. Prof. Danzmann ist Mitglied in wissenschaftlichen Gesellschaften und Akademien, darunter der Akademie der Wissenschaften und Literatur in Mainz und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. Seit 2009 ist er Fellow of the American Physical Society.

Zu Beginn der „Noblen Gespräche“ wird der diesjährige Wissenschaftspreis „Lebenswissenschaften und Physik“ des Beutenberg-Campus Jena e.V. an Herrn Dr. Matthias Forkel verliehen, der seine herausragende Dissertation im Bereich der Klimaforschung am Max-Planck-Institut für Biogeochemie angefertigt hat. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.
Zu den „Noblen Gesprächen“ und zu der Verleihung des Nachwuchs-wissenschaftspreises sind alle Interessierten am 01. Dezember 2016 um 17:00 Uhr (Einlass ab 16:15 Uhr) ganz herzlich in den Hörsaal des Abbe-Zentrums am Beutenberg, Hans-Knöll-Straße 1, eingeladen.

Der Eintritt ist frei. Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb des Abbe-Zentrums zur Verfügung. Bitte nutzen Sie auch die öffentlichen Verkehrsmittel.
 
 
 
 
 
 
Bild:
Prof. Boland präsentiert den Beutenberg Campus in Brüssel