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12.01.2017, FLI_Karl Lenhard Rudolph übernimmt für 2017 die Präsidentschaft des Deutschen Stammzellnetzwerks (GSCN)
 
Am 14. September 2016 wurde Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, zum „amtierenden Präsidenten 2017“ des German Stem Cell Network (GSCN) gewählt, einem der europaweit größten nationalen Zusammenschlüsse von Stammzellmedizinern und -forschern. Im September 2017 holt er die internationale Jahrestagung des Netzwerks nach Jena.

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Prof. Dr. Karl Lenhard Rudolph, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung (FLI) in Jena, ist „Amtierender Präsident 2017“ des German Stem Cell Network (GSCN).
(Foto: FLI / Nadine Grimm)



Das Deutsche Stammzellnetzwerk „German Stem Cell Network“ (GSCN) hat auf seiner vierten Jahreskonferenz vom 12.-14. September 2016 in Hannover einen neuen Präsidenten für 2017 gewählt. Mit Prof. Karl Lenhard Rudolph, dem Wissenschaftlichen Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, konnte ein ausgewiesener Stammzellexperte für diese Position gewonnen werden. Ausgezeichnet u.a. mit dem Deutschen Krebspreis 2015 und der SENECA-Medaille 2015, liegt der Forschungsschwerpunkt von Rudolph auf der Alterung von Stammzellen – einem Prozess, der eine der maßgeblichen Ursachen für die nachlassende Organfunktion im Alter und das Auftreten alternsbedingter Erkrankungen wie Krebs ist.

„Es ist für mich Ehre und Verantwortung gleichermaßen, GSCN ein Jahr führen zu dürfen“, erklärt Rudolph. „Stammzellforschung ist ein junger Forschungsbereich mit einem enormen Anwendungspotenzial, gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels“, ergänzt der Alternsforscher und Mediziner.

Die Pläne für 2017

Unter der Führung von Prof. Karl Lenhard Rudolph wird es im kommenden Jahr diverse Netzwerktreffen und Veranstaltungen geben. So gastiert die GSCN-Jahreskonferenz mit ca. 400 internationalen Teilnehmern vom 11.-13. September 2017 in Jena, und auch die Teilnahme deutscher Stammzellforscher am zweiten internationalen UniStem Day am 17. März 2017 fällt in die Ägide Rudolph. „Ich erhoffe mir vom organisierten, regelmäßigen Austausch zwischen Grundlagen- und Anwendungsforschung sowie klinischer Praxis, dass unsere Erkenntnisse aus der Stammzellforschung für Patienten schnellstmöglich nutzbar gemacht werden können. Hier sehe ich die große Stärke des GSCN. Außerdem möchte ich das GSCN als Netzwerk stärken, ausbauen und nachhaltig absichern“.

Stammzellen in Forschung und Praxis

Stammzellforschung ist eine junge biomedizinische Disziplin. Nach der Entdeckung von Blutstammzellen in den 60er Jahren wurden die Erkenntnisse über die „eiserne Reserve“ des Körpers in den vergangenen Jahren auf verschiedenste Körpergewebe ausgeweitet. Während sich aus embryonalen Stammzellen ein gesamter Organismus entwickeln kann, können adulte Stammzellen nach der Embryonalentwicklung im Körper gewebespezifische Zellen nachbilden und sind so zeitlebens Grundlage für eine gesunde Regeneration unserer Organe und Zellen – und Hoffnung für die gesamte Regenerationsmedizin. Gleichzeitig können die adulten Stammzellen aber auch zum Ursprung der Krebsentwicklung werden, da sie ein hohes Risiko haben, im Laufe des Lebens Mutationen anzureichern. Die Haupttherapieansätze der Zukunft sind deshalb, die Stammzellfunktion in der Regeneration zu stärken und die Entstehung von Mutationen in alternden Stammzellen zu hemmen.

Das Deutsche Stammzellnetzwerk

Das Deutsche Stammzellnetzwerk (englisch: German Stem Cell Network (GSCN)) ist eine Netzwerkorganisation, die am 7. Mai 2013 durch ein Gründungskomitee von 12 deutschen Stammzellforschern aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Berlin gegründet wurde. Das Netzwerk hat die Förderung der grundlagen- und anwendungsorientierten Stammzellforschung in Deutschland zum Ziel und wird mit einer Anschubfinanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.