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03.11.2017, FLI_Zwei Neuberufungen komplettieren interdisziplinäre Alternsforschung in Jena
 
Das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena freut sich über zwei neue Rekrutierungen für seine biomedizinische Forschung. Damit sind nun auch alle Kernforschungsbereiche des ProExzellenz-Projekts „RegenerAging“ am universitären Zentrum für Alternsforschung (ZAJ) komplett besetzt. Beide Forschenden sind außerdem auf Professuren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen worden.

Wenn Menschen älter werden, ist das nach außen für jeden ersichtlich. Zu ersten Fältchen gesellen sich im Laufe der Zeit graue oder immer weniger Haare, die Gesamtfitness lässt häufig nach, man kämpft mit altersbedingten Erkrankungen. Die Ursachen für diese Veränderungen liegen vor allem innerhalb des Körpers. Deshalb erforscht das Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena seit 2004 die biomedizinischen Ursachen dieser Veränderungen, auch in enger Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Universitätsklinikum.

Mit Frau Professor Claudia Waskow und Herrn Professor Steve Hoffmann konnten jetzt zwei Experten nach Jena geholt werden, die die Bereiche „Immunologie des Alterns“ und „Bioinformatik für Alterungsprozesse“ am FLI weiter ausbauen sollen. Prof. Waskow komplettiert zugleich das Forschungsprojekt „RegenerAging“, das das Zentrum für Alternsforschung Jena (ZAJ) der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) im Rahmen der ProExzellenz-Initiative des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft ins Leben gerufen hat. Das Ministerium hatte der FSU 2016 3,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um in enger Kooperation mit dem FLI und dem Universitätsklinikum die zelluläre Alternsforschung bis 2020 in drei thematischen Kerngebieten voranzutreiben. Mit Prof. Waskow, die den Bereich „Immunologie des Alterns“ leitet, sind die Kerngebiete nun komplett.

 
 

Claudia Waskow: Regeneration in der Hämatopoese und Immunabwehr im Alter


FLI_PM_03.11.2017_1Prof. Dr. Claudia Waskow übernimmt am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) die Leitung der Gruppe „Immunologie des Alterns“ und im Rahmen des ProExzellenz-Projektes „RegenerAging“ die Professur zum gleichen Thema an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Quelle: TU Dresden / Stephan Wiegand)


Der Erhalt von Stammzellen ist insbesondere in Geweben, die sich häufig und schnell regenerieren müssen, von essenzieller Bedeutung für die Organfunktion in Gesundheit und Krankheit. Blutstammzellen haben hier eine doppelte Funktion. Denn sie sind nicht nur für die ständige Bluterneuerung, sondern auch für die Bildung unseres Immunsystems zuständig. Häufen sie im Alter Schäden an und verlieren sie ihre Funktionalität, so ist die Immunantwort des Körpers gestört, was die Entstehung typischer Alterskrankheiten und eine generelle Anfälligkeit für Infektionen im Alter bedingt. Auf diesem Forschungsgebiet - zwischen Stammzellforschung und Immunologie - ist Prof. Waskow eine international anerkannte Expertin. Sie studierte in Mainz und Glasgow Biologie mit den Schwerpunkten Immunologie, Biochemie, Genetik und Zoologie und wurde 2002 an der Universität Basel promoviert. Ihre Forschungsstationen führten sie danach von Ulm über New York bis nach Dresden, wo sie 2008 zunächst die Leitung der Gruppe „Regeneration in der Hämatopoese“ am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien der TU Dresden (CRTD) und ab 2014 eine Professur für Immunologie übernahm. Neben der Leitung der Forschungsgruppe „Regeneration in der Hämatopoese und Immunologie des Alterns“ am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) wird Claudia Waskow an der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Rahmen des ProExzellenz-Projekts „RegenerAging“ eine Professur für Immunologie des Alterns übernehmen.
 
 

Steve Hoffmann: Algorithmus des Alterns


FLI_PM_03.11.2017_2Prof. Dr. Dr. Steve Hoffmann leitet seit Oktober die Forschungsgruppe „Bioinformatik für Alterungsprozesse“ am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) und hat eine Professur für Computational Biology an der Friedrich-Schiller-Universität. (Quelle: FLI / Evelyn Kästner)



Die wachsende Bedeutung von Hochdurchsatz-Methoden in der Molekularbiologie erfordert auch den Ausbau statistischer und mathematischer Methoden zur Analyse der Forschungsergebnisse. Die Vielzahl an Ansatzpunkten für die Datenanalyse bei gleichzeitig geringer Anzahl der Proben macht es notwendig, sich auf Methoden des maschinellen Lernens und statistische Verfahren zur Interpretation von Daten zu stützen. Mit Prof. Hoffmann konnte das FLI einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet gewinnen. Er hat zunächst in Marburg und Göttingen Medizin studiert und begann 2001 parallel mit einem Informatikstudium, das er nach Abschluss der medizinischen Prüfungen in Hamburg mit der Spezialisierung auf Bioinformatik fortführte. Die Promotion in Medizin erfolgte 2007, in Bioinformatik 2014. In den Jahren 2007 bis 2009 forschte er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Leipzig. Dort übernahm er ab 2009 die Leitung der Juniorgruppe „Transcriptome Bioinformatics“ am Interdisziplinären Zentrum für Bioinformatik und dem Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationskrankheiten (LIFE) der Universität Leipzig, in dem er auch als gewählter Vertreter der Nachwuchswissenschaftler agierte. Seit Oktober 2017 ist er nun als Leiter der Forschungsgruppe „Bioinformatik für Alterungsprozesse“ am FLI sowie als Professor für Computational Biology an der Friedrich-Schiller-Universität Jena tätig.