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13.11.2017, MPI-BGC_Den anthropogenen Emissionen auf der Spur: Tägliche Wissenschafts-Stunde bei der COP23
 
Können wir durch atmosphärische Messungen von Spurengasen wie Kohlendioxid mehr über anthropogene Emissionen erfahren? Diese Frage wurde am Donnerstag, den 9. November 2017, von Julia Marshall, wissenschaftliche Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena, während einer Sitzung auf der COP23 gestellt. Gemeinsam mit Werner Kutsch vom internationalen Integrated Carbon Observation System (ICOS) Netzwerk und Gerhard Ehret vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentierte sie in der "German Science Hour" das Thema "Das Schicksal von Treibhausgasen: Was wir wissen und was wir nicht wissen".

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Julia Marshall mit Moderatorin und Kollegen auf der COP23 (© Friedemann Call, DLR-Projektträger)

Unter dem Motto „Täglich eine Stunde Wissenschaft“ findet die German Science Hour täglich im Deutschen Pavillon auf der UN-Klimakonferenz COP23 statt. Ziel der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) organisierten Veranstaltung ist es, den wissenschaftspolitischen Dialog auf der COP23 zu stärken und den aktuellen Stand der Klimaforschung unterhaltsam darzustellen.

Der Beitrag von Julia Marschall mit dem Titel " Den anthropogenen Emissionen auf der Spur " kon-zentrierte sich auf die Verwendung von inverser oder Top-Down-Modellierung, um die anthropogenen Signale von den viel größeren biogenen Gasflüssen zu trennen. "Da diese Signale eine unterschiedliche räumliche Verteilung haben, können Messungen mit besonders hoher räumlicher Auflösung helfen. Solche Messungen liefern beispielsweise Satelliten des Imager-Typs.", erklärt sie. Sie hofft darauf, dass diese Messungen im kommenden Jahrzehnt zur Verfügung stehen werden, zumal die Europäische Kommission derzeit erwägt, solche Imager-Satelliten in ihr Sentinel-Programm für die Erdbeobachtung aufzunehmen.

Die Wissenschaftlerin ist an diesem Vorhaben beteiligt, sowohl durch ihre Rolle als Beraterin bei der von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) einberufenen Task Force zur CO2-Überwachung, als auch durch zwei von der ESA finanzierte Studien. Sie nimmt auch am Verbundprojekt EU-H2020 CHE (CO2 Human Emissions) teil. Ziel von CHE ist es, die Modellierung für diese potenziellen neuen Messungen zu entwickeln, die kombiniert mit oberflächenbasierten Messungen zusätzlicher Tracer, dazu beitragen sollen, atmosphärische Signale auf spezifische Oberflächenprozesse, wie die Verbrennung fossiler Brennstoffe, zurückzuführen.
 
 
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Julia Marshall (© Friedemann Call, DLR-Projektträger)