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19.02.2018, Science & Society - Öffentliche Vortragsreihe
 
Thea Dorn: „Sehnsucht nach Unsterblichkeit“
Wir werden immer älter. Doch warum altern wir, bis wir irgendwann unweigerlich sterben? Warum bleiben wir nicht ewig jung? Könnten wir sogar eines Tages das Altern umkehren und unsterblich werden? Die Schriftstellerin Thea Dorn geht in ihrem Vortrag "Sehnsucht nach Unsterblichkeit" diesen Fragen nach und beleuchtet die Auswirkungen, die die leibliche Unsterblichkeit auf unseren Begriff vom Menschsein hätte. Denn würde der „ewige Mensch“ nicht Gefahr laufen, ewig zu erstarren, wenn er nicht auch Platz für Neues macht? Der Vortrag findet innerhalb der öffentlichen Vortragsreihe „Science & Society“ am Donnerstag, den 22. Februar 2018 um 16 Uhr im Hörsaal des Abbe-Zentrums auf dem Beutenberg-Campus in Jena statt. Die Veranstaltung wird vom Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI), dem Leibniz-Forschungsverbund Healthy Ageing und dem Beutenberg-Campus Jena e.V. organisiert.

Lebenstraum Unsterblichkeit
Mit jedem Wimpernschlag werden wir ein Stückchen älter - Stunde um Stunde, Tag für Tag. Das Altern - das ist etwas ganz Normales. Nicht zu ändern. Oder etwa doch?

Die Geschichte der menschlichen Zivilisation lässt sich als eine Geschichte der fortschreitenden Emanzipation des Menschen von der Natur erzählen. Krankheiten und Behinderungen werden beispielsweise weniger als Schicksal hingenommen, können vielmehr mithilfe medizinisch-technischer Hilfsmittel immer erfolgreicher bekämpft werden. Wissenschaftler weltweit gehen der Frage nach, ob es eines Tages möglich sein wird, sich der Vergänglichkeit zu widersetzen. Wie würde sich unser Leben verändern, wenn wir einen "Reset"-Knopf für unseren eigenen Altersprozess hätten?

Ist es vor diesem Hintergrund nicht konsequent, den Tod als den größten Feind des Menschen zu betrachten, den es zu besiegen gilt? Leben wir doch auch in einer Kultur, in der die religiösen Verheißungen vom ewigen Leben im Jenseits ihre Strahlkraft verloren haben. Dieser Frage nach Unvergänglichkeit geht die Schriftstellerin Thea Dorn in ihrem Vortrag „Sehnsucht nach Unsterblichkeit“ nach. Sie beleuchtet, welche Auswirkungen die leibliche Unsterblichkeit auf unseren Begriff vom Menschsein hätte und hinterfragt, ob der „ewige Mensch“ nicht Gefahr laufen würde, ewig zu erstarren. Denn „Leben“ steht im Allgemeinen für etwas, das entsteht und wieder vergeht, um Neuem wieder Platz zu machen. Können wir uns demnach den ewigen Menschen als das ewig junge, ewig dynamische Lebewesen vorstellen.

Der öffentliche Vortrag „Sehnsucht nach Unsterblichkeit“ findet am 22. Februar 2018 um 16:00 Uhr im Hörsaal des Abbe-Zentrums auf dem Beutenberg-Campus in Jena statt. Das Grußwort hält Prof. Dr. Christoph Englert, Molekulargenetiker und Seniorgruppenleiter am Leibniz-Institut für Alternsforschung (FLI) in Jena.

Die Referentin
Thea Dorn wurde 1970 in Offenbach am Main geboren und studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin. Sie schrieb preisgekrönte Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Essays. 2011 veröffentlichte sie (zusammen mit Richard Wagner) den Bestseller „Die deutsche Seele“. Seit März 2017 ist sie festes Mitglied im „Literarischen Quartett“.

Zuletzt erschien ihr Roman „Die Unglückseligen“. Dort trifft die Molekularbiologin Johanna Mawet, die nach der Überwindung der Sterblichkeit strebt, auf Johann Wilhelm Ritter – jenen Physiker aus der Romantik, der einst in Jena forschte und als unsterblich Gewordener noch immer durch die Weltgeschichte geistern muss ....

Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten. Der Eintritt ist frei!
Kostenlose Parkplätze stehen unterhalb des Abbe-Zentrums Beutenberg zur Verfügung.