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Noble Gespräche: Die Reise unserer Gene

Der renommierte Wissenschaftler Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, besucht am Mittwoch, den 20. Mai 2026 den Beutenberg Campus in Jena. In der Veranstaltungsreihe „Noble Gespräche“ hält er ab 17 Uhr im Hörsaal des Abbe-Zentrums einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Die Reise unserer Gene: Woher wir kommen und wohin wir gehen“. Der Vortrag wird auf Deutsch gehalten.

Prof. Dr. Johannes Krause, MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig © Thomas Victor

In einer internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus der Karibik, Europa und Nordamerika fanden Forscher heraus, dass die karibischen Inseln von mehreren aufeinanderfolgenden Einwanderungen besiedelt wurden, deren Ursprung sich auf dem amerikanischen Festland befindet. - „Mädchen mit Papagei“ © Tom Björklund

Das Forschungsteam um Johannes Krause analysierte Ötzis Genom in hoher Qualität und kann nun ein genaueres Bild von seinem Aussehen und seiner genetischen Herkunft zeichnen. © Tom Björklund

Die junge Wissenschaft der Archäogenetik befasst sich mit der Gewinnung und Analyse genetischen Materials aus archäologischen Funden wie Knochen und Zähnen. Damit gelingt es beispielsweise, aus prähistorischen Skeletten menschheitsgeschichtliche Ereignisse zu rekonstruieren. Insbesondere der Zusammenhang zwischen Migration und Epochen­übergängen in der prähistorischen Zeit lässt sich mittels Grabbeigaben und archäologischen Artefakten lediglich begrenzt untersuchen. So wurde lange diskutiert, ob der Übergang von den Wildbeutern zu den frühen Ackerbauern am Beginn der Jungsteinzeit in Europa im Zusammenhang mit Einwanderungen aus dem Nahen Osten stand, oder ob es sich um eine kulturelle Weitergabe innovativer Techniken sowie domestizierter Tiere und Pflanzen handelte.

Um derartigen Fragen auf den Grund zu gehen, haben Archäogenetiker tausende prähistorische Individuen genomweit untersucht, so auch den Ötzi. Bei diesen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Besiedlungs­geschichte Europas von zahlreichen Migrationsbewegungen geprägt ist. Damit einhergehende Vermischungen haben Spuren bis hin zu den heute lebenden Westeurasiern hinterlassen. Prof. Krause wird in seinem Vortrag darüber berichten und auch erläutern, wie mit Hilfe der Archäogenetik bestimmte Krankheitsbilder, Merkmale wie Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie andere Anpassungen über mehrere tausend Jahre hinweg genetisch zurückverfolgt werden können.