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Wegweisende Zusammenarbeit: Forscher des Leibniz-HKI mit dem medac-Forschungspreis ausgezeichnet

Das Pharmaunternehmen medac GmbH zeichnete am Freitag wegweisende Forschungsarbeiten am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz-HKI) aus. Die an den ausgewählten Arbeiten beteiligten Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Die Auszeichnung würdigt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Forscherinnen und Forschern über ihre eigene Gruppe hinaus.

Die Preisträger des medac-Forschungspreises 2019. 2. v. l.: Nikolaus Graf zu Stolberg, Geschäftsführer der medac GmbH und Stifter der Preise, ganz rechts: Axel Brakhage, Direktor des Leibniz-HKI Quelle: Leibniz-HKI

Fragestellungen in den Naturwissenschaften sind sehr komplex. Deshalb ist ihre Untersuchung und Beantwortung meist nur in Zusammenarbeit vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglich. Um diese Kollaborationen zu fördern, lobt die medac GmbH mit Sitz in Wedel jährlich ein Preisgeld von 10.000 Euro für die erfolgreichsten im Team entstandenen Forschungsarbeiten aus. Die Auszeichnungen wurden am Freitag, 06. Dezember, für drei herausragende Publikationen des Leibniz-HKI überreicht.

Felix Trottmann und seinen Coautoren gelang die Entdeckung einer neuen Substanzfamilie. Die als Malleicyprole bezeichneten Moleküle sind Virulenzfaktoren bei Bakterien der Gattung Burkholderia. Sie sind dafür verantwortlich, dass diese gefährlichen Krankheitserreger bei Tieren und Menschen schwere, häufig tödliche Infektionen auslösen. Die in der internationalen Ausgabe des Fachjournals Angewandte Chemie erschienene Arbeit wurde von der Fachwelt als „very important paper“ eingestuft.

Oksana Shvydkiv und Carl Magnus Svensson wurden mit ihrem Team für einen Beitrag in der Fachzeitschrift Small ausgezeichnet: Mithilfe mikroskopisch kleiner bunter Kunststoffkügelchen konnten sie Tropfen in der Mikrofluidik unterscheidbar machen. Damit kann der Probendurchsatz automatisiert und etwa die Suche nach neuen Wirkstoffen beschleunigt werden.

Daniel Braga und seine Kolleginnen und Kollegen entdeckten einen bislang unbekannten Cofaktor eines Enzyms. Das kleine Molekül spielt eine Rolle in der Biogas-Produktion. Potenzielle Anwendungen reichen von der Zersetzung von Giftstoffen bis hin zur Synthese von Wirkstoffen, die als Ausgangssubstanzen für Medikamente wie Antibiotika dienen. Die Ergebnisse wurden in ACS Chemical Biology veröffentlicht.

Institutsdirektor Prof. Axel Brakhage, gleichzeitig Lehrstuhlinhaber an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, freut sich: „Der medac-Forschungspreis würdigt die Kooperation über die Fachgrenzen hinweg. Genau diese interdisziplinäre Zusammenarbeit lässt uns in bisher unbekanntes Terrain vordringen und führt zu neuen Erkenntnissen. Das war ein wesentlicher Faktor für unseren Erfolg im Exzellenzwettbewerb. Die langjährige Unterstützung durch die medac GmbH motiviert alle Forscherinnen und Forscher des Leibniz-HKI und ehrt jedes Jahr die besten davon. Dafür sind wir sehr dankbar.“

 

Originalpublikation

Trottmann F, Franke J, Richter I, Ishida K, Cyrulies M, Dahse HM, Regestein L, Hertweck C (2019) Cyclopropanol Warhead in Malleicyprol Confers Virulence of Human- and Animal-Pathogenic Burkholderia Species. Angew Chem Int Ed Engl 58(40), 14129-14133.

Svensson CM*, Shydkiv O*, Dietrich S, Mahler L, Weber T, Choudhary M, Tovar M°, Figge MT**°, Roth M**; *authors contributed equally; °corresponding authors; **authors contributed equally (2019) Coding of experimental conditions in microfluidic droplet assays using colored beads and machine learning supported image analysis. Small 15(4), e1802384.

Braga D, Last D, Hasan M, Guo H, Leichnitz D, Uzum Z, Richter I, Schalk F, Beemelmanns C, Hertweck C, Lackner G (2019) Metabolic pathway rerouting in Paraburkholderia rhizoxinica evolved long-overlooked derivatives of coenzyme F420. ACS Chem Biol 14(9), 2088-2094.