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Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

25 Plätze 
 

Was ist denn "chemische Ökologie" und was hat Chemie überhaupt mit Ökologie zu tun? Diese Frage stellen sich viele, die zum ersten Mal von unserer Forschungsrichtung hören. Der Begriff "Ökologie", der übrigens auf den Jenaer Evolutionsbiologen Ernst Haeckel (1834-1919) zurückgeht, beschreibt die Beziehungen und Wechselwirkungen, die Lebewesen miteinander und mit ihrer Umwelt eingehen. Im Ökosystem Wiese gibt es zum Beispiel verschiedene Pflanzen, Insekten und kleine Säugetiere sowie unzählige Kleinstlebenwesen, die vor allem im Boden zu finden sind. Diese Organismen stehen miteinander in Beziehung: Bienen bestäuben Blüten, Schmetterlingsraupen fressen an Blättern, Pilze im Boden helfen den Wurzeln bei der Nährstoffaufnahme, nützliche und schädliche Bakterien besiedeln Tiere und Pflanzen. Chemische Signale spielen bei alle diesen Wechselwirkungen eine entscheidende Rolle: Insekten finden die Blüten, die sie bestäuben, durch deren Duft. Pflanzen bilden chemische Abwehrstoffe, wie Gifte oder Verdauungshemmer, um unliebsame Schädlinge loszuwerden. Pflanzen können über ober- wie unterirdische Botenstoffe Räuber anlocken, die ihre Schädlinge fressen. Auch das Zusammenleben von Pflanzen mit Bodenpilzen wird über Lockstoffe ermöglicht. 

In den Forsche-Schüler-Workshops möchten wir euch Einblicke in unsere Forschung geben und auch ein paar der Methoden vorstellen, die unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anwenden, um neue Erkenntnisse auf dem faszinierenden Gebiet der chemischen Ökologie zu gewinnen. 

Die Workshops im Einzelnen: 

• Das biochemische Fotolabor - oder wie fotografiert man Proteine? 

• Entdeckt! Wir machen Abwehrstoffe im Mais sichtbar 

• Der Duft, auf den Fliegen fliegen 

• Der süße Duft der Nacht - wie Nachtschwärmer zu ihrem Nektar finden 

• Die chemischen Tricks der Blattkäfer im Kampf gegen Räuber und Konkurrenten 

• Was macht eigentlich den Senf so scharf? 
Viele Pflanzen haben für uns Menschen einen typischen Geschmack. Die Pflanzen haben diesen Geschmack im Laufe der Evolution natürlich nicht für uns Menschen entwickelt. Vielmehr sind die Geschmacksstoffe oftmals eigentlich Pflanzenabwehrstoffe. Am Senf schätzen wir zum Beispiel die typische Schärfe, die von Senfölglycosiden erzeugt wird. Wir wollen messen, wie viel von diesen „Scharfmachern“ in Senfsamen enthalten ist. 

• Vom Geschmack und Duft der Kräuter 
Warum ist das Aroma von Kräutern so einzigartig? Kräuter bilden spezielle Inhaltsstoffe, die ihnen einen charakteristischen Duft und Geschmack verleihen. Diesen Inhaltsstoffen wollen wir in verschiedenen typischen Küchenkräutern auf die Spur kommen, indem wir pflanzliche Extrakte herstellen und diese mittels moderner Analyse-Methoden, wie zum Beispiel Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung, untersuchen. 

Ansprechpartner: 
Angela Overmeyer 
Telefon: 03641 / 57 21 10 
Fax: 03641 / 57 10 02 
E-Mail: overmeyer(at)ice.mpg.de 
http://www.ice.mpg.de/ext/forscheschueler2016.html


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